Robin Rot heißt das rote Monster, Azur Blau das blaue. Sie sehen ganz toll aus, einfach nur zauberhaft. "Oh, wie süß!" ruft ein Kind, als das rote aus dem Koffer lunst. Als es dann aber, wie auch das andere, das blaue, ganz schön laut schreit und brüllt, da wird es den Kindern schon recht mulmig. Tja, mit den Monstern ist das schon nicht so einfach. Noch dazu, wenn sie sich auch noch streiten. Da kann einem schon Angst und Bange werden. Und das, obwohl sie so ausnehmend süß aussehen in dieser Inszenierung des
Puppentheaters im Waidspeicher Erfurt. Kathrin Sellin (Bühne, Kostüme, Puppen) hat diese traumhaft tollen Monster erschaffen und Paul Günther (der rote) sowie Martin Vogel (der blaue) hauchen ihnen Leben ein. Nicht nur das, die beiden bestimmen von Anfang an das einstündige Spiel namens "Zwei Monster" nach dem Buch von David McKee in der Theaterfassung von Kristine Stahl, die auch die Regie übernommen hat.
Es ist keine Story mit Tiefgang oder etwa mit Erklärungen, warum das eine Monster rot und das andere blau ist. Die Warum-Frage bleibt generell außen vor. Insofern gab es schon wesentlich bessere Stücke im Puppentheater. Die beiden Akteure Martin Vogel und Paul Günther versuchen jedoch in jeder Sekunde, das Beste herauszuholen und unterhalten so ihr sehr junges Publikum (das Stück ist ab 4 Jahre) aufs Trefflichste. Die Kinder klatschen und jubeln. Schließlich können ja auch Pappa oder Mamma erklären, warum die beiden Monster sich eigentlich gestritten haben und warum der eine rot und der andere blau ist... Die abschließende Monsterparty ist jedenfalls absolut oberaffenhammergeil und schon deshalb ist das Stück sehenswert.