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Tipps & Tricks

1. Alltägliche Motive

Fotos werden dann spannend, wenn Sie versuchen außergewöhnliche Perspektiven zu wählen, "scheinbar" unwichtige Details zum Kerninhalt zu machen oder elementare Bildinformationen verstecken. Gehen Sie in die Hocke, steigen Sie auf einen Stuhl, nehmen Sie eine Pflanze unscharf in den Vordergrund und schaffen Sie damit Raumtiefe, wählen Sie "Nebensächlichkeiten" als Schwerpunkt des Bildes. Irritieren Sie. So verblüffen Sie den Betrachter des Bildes, weil er etwas zu sehen bekommt, was er eigentlich jeden Tag sieht, aber noch nie so, wie Sie es festgehalten haben .


2. Spannungsaufbau

Wir neigen dazu, ein Tischdeckchen auf dem Tisch immer mittig zu platzieren. Es stört uns, wenn das nicht so ist – es sieht unaufgeräumt aus, chaotisch. Genauso verhalten sich die meisten bei der Aufnahme von Fotos. Die Elemente werden in die Mitte des Focus platziert – wir räumen es auf, weil es doch so schön harmonisch ist.
Das Bild neigt dann aber schnell dazu langweilig und bieder zu wirken. Versetzen Sie das Motiv an den Rand – das wirkt viel spannender und lebhafter, eben nicht so aufgeräumt.

Motiv mittigmit Spannungsaufbau


3. Lichterbrechung ohne Filter?

Kennen Sie das? Sie haben ein wunderschönes Stilleben mit Wein und Gläsern und Kerzen und doch fehlt etwas bei der Aufnahme. Sie haben ein romantisches Licht in der nächtlichen Stadtsilhouette, aber es fehlt das Highlight, um dieses Motiv wirklich attraktiv fotografieren zu können?
Für solche Fälle gibt es viele Filter, die sich auf das Objektiv schrauben lassen – die Farbverschiebungen bewirken oder Lichterbrechen. Es muss aber nicht immer ein teurer Extra-Filter sein: Nehmen Sie etwas Ohrenschmalz und zeichnen sie mit dem Finger eine Schneeflocke auf den UV-Filter. Je nachdem, wie viele Verzweigungen Ihre Schneeflocke enthält bricht sich die Lichtquelle unterschiedlich stark. Nach ihren Aufnahmen können Sie den Schmalz ganz einfach vom Filter wegwischen.

ohne Highlightmit Highlight


4. Erzeugen Sie Raum im Bild

Ein Bild wird platt, wenn man nur eine Ebene im Hauptmotiv erkennt. Schaffen Sie Räumlichkeiten! Wie? Der Focus kann nicht alle Bereiche des Bildes scharf abbilden, er konzentriert sich auf eine Ebene. Versuchen Sie deshalb, bei der Auswahl Ihres Ausschnittes verschiedene Ebenen einzufangen und sich nicht nur plan auf ein Objekt zu vertiefen. Sie wollen beispielsweise eine Sehenswürdigkeit abbilden. Fokussieren Sie scharf das Gebäude und versuchen Sie auf einer anderen Ebene z.B. direkt vor Ihren Füßen ein zusätzliches Element wie eine Blume mit einzufangen. Die neue Ebene wird automatisch unscharf abgebildet. Oder kehren Sie die Verhältnisse um und lassen die Blume wichtiger werden. Fokussieren Sie die Ebene im Vordergrund und Ihr Motiv erscheint unscharf im Hintergrund.

eine BildebeneHintergrund unscharf
eine BildebeneVordergrund unscharf


5. Licht – Gegenlicht

Normalerweise sollten Sie beim Fotografieren die Sonne im Rücken haben; zumindest dann, wenn Sie festhalten möchten, was sie sehen. Die Kamera misst nämlich die Lichtintensität des gesamten Bildausschnittes. Das heißt bei starkem Lichteinfall wird der Durchschnittswert der Lichtintensität, den die Kamera automatisch misst, automatisch erhöht. Das eigentliche Motiv wird dadurch meist viel zu dunkel abgelichtet. So haben Sie nur zwei Möglichkeiten: entweder Sie fotografieren mit dem Lichteinfall und positionieren, so fern das möglich ist, Ihr Motiv entgegen der Sonne oder Sie müssen entgegen den automatischen Messungen ihrer Kamera auf den manuellen Modus schalten und Blendenwerte und Verschlusszeiten per Hand einstellen. In dem Fall sollten Sie allerdings über die Abhängigkeiten und Beziehungen von Verschlusszeiten und Blenden Bescheid wissen.
Wer es experimentell mag sollte allerdings auch einmal bewusst gegen das Licht fotografieren: das kann ganz spannende Ergebnisse geben.

Licht im Rückengegen das Licht
Licht im Rückengegen das Licht


6. Polaroid-Experimente

Sie wollen mal etwas anderes ausprobieren. Etwas Experimentelles? Dann probieren Sie es doch einmal mit Polaroid-Fotografie. Haben Sie ein Polaroid-Foto aufgenommen, entwickelt sich das Bild innerhalb von 30 Sekunden selbst vor Ihren Augen, Sie kennen das. Aber haben sie schon einmal in den Entwicklungsprozess dieser 30 Sekunden manuell eingegriffen? Probieren Sie es! Gleich nach der Aufnahme schneiden Sie den weißen Rahmen vorsichtig mit einem Cuttermesser auf. Sie werden feststellen, dass das Bild aus mehreren Schichten besteht. Manipulieren Sie einzelne Schichten: Kratzen sie etwas hinein, legen sie eine der Schichten kurz in eine Flüssigkeitslösung (Milch macht ein tiefes Blau, Zahnpasta blaue Streifen, Reinigungsmittel erzielen Überraschungseffekte...) oder streuen Sie Gewürze hinzu. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie sollten sich nur beeilen. Ratsam ist es, sich im Vorfeld Ihre Utensilien zurecht zu legen. Kurz vor Beendigung des Entwicklungsprozesses fügen Sie die Schichten wieder zusammen und Sie werden staunen, was für interessante Ergebnisse Sie erzielen.

Polaroid-Experimente 


7. Sehenswürdigkeiten

Sie kennen das: Sie fahren in den Urlaub und gehen auf Sightseeing-Tour und fotografieren die Sehenswürdigkeiten der Stadt und des Landes mindestens in Dutzend verschiedenen Varianten. So schön wie im Reiseführer wird es zwar eh nicht, aber so kann man zu Hause wenigstens beweisen, dass man da war. Voll Stolz zeigen Sie ihren Bekannten und Verwandten ihre Schnappschüsse, die finden ihre Motive aber eher langweilig. Schließlich wissen die ja auch wie der Eiffelturm in Paris oder der Big Ben in London aussieht... Versuchen Sie doch einfach mal beim nächsten Urlaub vor dem eigentlichen Wunschmotiv eine Geschichte zu erzählen: Fotografieren Sie heimlich ihren Mann, wie er vor dem Berliner Tor sich die Schuhe schnürt oder wie Ihre beste Freundin auf dem Markusplatz in Venedig die Tauben füttert. So können Sie sich und anderen beweisen, dass Sie da waren und haben gleichzeitig ein spannendes Bild, was nun wirklich in keinem Reiseführer zu finden ist.

wie ihn jeder kenntals einmaliges Foto

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